Manche sagen, Honig sei so ungesund wie Zucker. Andere preisen Honig regelrecht als Wundermittel gegen diverse Krankheiten. Was stimmt tatsächlich und was sollte beachtet werden? Spielt die Honigsorte dabei eine Rolle? Die Forschung liefert eine Reihe an Fakten, die bei der Beantwortung dieser Fragen helfen.
Eine promovierte Diplom-Biologin hat sich zahlreiche Studien zu dem Thema für uns angeschaut und gibt Einblicke in den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft zum Thema Honig und Gesundheit.

Honig besteht hauptsächlich aus Einfachzuckern (Monosaccharide), wobei Fruchtzucker (Fructose) mit ungefähr 32 bis 40 Prozent den größten Anteil ausmacht, dicht gefolgt von Traubenzucker (Glucose).
Gut Zu Wissen
Hinzu kommen etwa 18 Prozent Wasser und ein kleiner Anteil an anderen Bestandteile wie organische Säuren, Mineralstoffe, Spurenelemente, Vitamine, Enzyme und andere Proteine sowie sekundäre Pflanzenstoffe.
Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich von Honig zu Honig. Schließlich ist sie direkt davon abhängig, von welchen Pflanzen der Honig abstammt. Das Gleiche gilt auch für mögliche gesundheitsfördernde Eigenschaften von Honig.
8-Methoxykaempferol war dabei das einzige Flavonoid, das in allen untersuchten Honigen vorkam. Zudem war der Gehalt der einzelnen Flavonoide in allen Honigen völlig unterschiedlich. Flavonoide gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen. Ihnen wird eine antibakterielle und antioxidative Wirkung zugesprochen. Sie sind vermutlich neben Phenolverbindungen und Proteinen für den gesunden Ruf von Honig hauptverantwortlich.
Wie Gesund Ist Honig? Infos Und Einschätzungen
Die zwei medizinisch anerkanntesten Honigsorten sind neuseeländischer Manuka-Honig und Tualang-Honig. Allerdings wird Tualang-Honig von wild lebenden im malaysischen Regenwald geraubt. Aus Umweltwicht spricht dadurch mehr für Manuka-Honig.
Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich von Ernte zu Ernte und von stock zu stock. Daher ist kein exakter Vergleich von Manuka- und Tualang-Honig möglich. Für Manuka-Honig ist vor allem das Methylglyoxal charakteristisch, das laut Wissenschaftlern für eine besonders antibakterielle Wirkung verantwortlich ist.
Man muss nicht jede chemische Verbindung hinter den komplizierten Begriffen kennen, um die enorme Vielfalt an Inhaltsstoffen in beiden Honigsorten zu erkennen. Sicherlich ist diese Liste immer noch nicht vollständig. Es ist auch für kaum einen der Inhaltsstoffe bekannt, an welcher Wirkung des Honigs er tatsächlich beteiligt ist. Für viele dieser Inhaltsstoffe wird eine antimikrobielle, antioxidative oder das Immunsystem unterstützende Eigenschaft vermutet.
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Honigarten sind beinahe so vielfältig wie die nektarproduzierende Flora. Selbst innerhalb einer Honigart gibt es Unterschiede in Farbe, Geschmack und Inhaltsstoffen. Dennoch gibt es eine grobe Einteilung, nach der man sich richten kann. Beim Honig wird grundsätzlich zwischen Blütenhonig und Honigtauhonig unterschieden.

Blütenhonig produzieren , indem sie Nektar von Blüten sammeln und im stock weiter zu Honig verarbeiten. Stammt der Nektar dabei hauptsächlich von einer Pflanzenart, entsteht ein monofloraler Honig. Für multifloralen Honig sammeln den Nektar von mehreren verschiedenen Pflanzenarten.
Monofloraler Honig stammt zu mindestens 51 Prozent von einer einzigen Pflanzenart. Deshalb wird er auch als sortenrein oder Sortenhonig bezeichnet. Für die Imker gibt es unterschiedliche Methoden, sortenreinen Honig zu erhalten. Sie können den Standort ihrer stöcke so wählen, dass im Umfeld die gewünschte Pflanze nahezu ausschließlich wächst. Wenn das Angebot einer Pflanzenart reichhaltig genug ist, neigen dazu, sich auf eine Blütenart festzulegen. Der Blütenhonig ist dann sogar zu weit mehr als 51 Prozent sortenrein. Das ist beispielsweise bei großen Rapsfeldern in Monokultur der Fall. Der Wunsch nach sortenreinem Rapshonig unterstützt somit häufig Monokulturen, die bekanntlich problematisch für die Umwelt sind. Unbedenklicher ist hingegen monofloraler Honig aus Pflanzen, die an bestimmten Standorten natürlicherweise gehäuft vorkommen.
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Außerdem können Imker die unterschiedliche Blütezeit der jeweiligen Pflanzenarten nutzen. So wachsen Manuka- und Kanuka-Bäume in Neuseeland häufig in unmittelbarer Nähe zueinander. Da der Manuka-Baum früher blüht als der Kanuka-Baum, können die Imker den Honig einfach vor der Blütezeit des Kanuka-Baumes ernten. In vielen anderen Fällen ist ein multifloraler Honig aus verschiedenen Pflanzenarten jedoch ausdrücklich gewünscht.
Multifloraler Honig wird auch Mischhonig genannt, weil den Nektar verschiedener Pflanzenarten zu dessen Herstellung verwenden. Daher ist er oft umweltfreundlicher und kann aufgrund der vielfältigeren Inhaltsstoffe sogar gesünder sein. Diese Vielfalt macht den Geschmack des Honigs zudem spannender und interessanter. So unterscheiden sich im Grunde alle multifloralen Blütenhonige untereinander, was das Angebot an Honigen noch abwechslungsreicher gestaltet. Die Imker wissen in der Regel ziemlich genau, von welchen Pflanzenarten der Nektar ihres Honigs stammt. Sie kennen schließlich die Pflanzen ihres Standorts und deren Blütezeit. Wenn eine Pflanzenart besonders stark vertreten ist, weisen die Imker das meist auf ihrem Honig aus. Darüber hinaus sind Angaben wie „Frühtracht“ oder „Sommertracht“ zu finden, die den Blütezeitraum andeuten.

Honigtau entsteht, wenn Blattläuse und andere Insekten Pflanzensäfte fressen und verdauen. Die süßlichen Ausscheidungen der Blattläuse werden Honigtau genannt und von als Alternative zum Nektar eingesammelt. Wie Nektar verarbeiten die Honigtau weiter zu Honig. Häufig stammt der Honigtau aus Wäldern und oft von Nadelbäumen. Daher ist eine bekanntere Bezeichnung für Honigtauhonig auch Waldhonig. Genaugenommen beschreibt Waldhonig jedoch nur den Honig, den die aus Honigtau von Nadelbäumen herstellen. Eine dunkle Färbung und ein intensiv würziger Geschmack sind typisch für Waldhonig. Wenn der Honigtau hingegen von Laubbäumen stammt, wird der Honig als „Blatthonig“ bezeichnet. Darüber hinaus gibt es noch Tannenhonig, für dessen Herstellung Honigtau von der Weißtanne gesammelt wird. Für Tannenhonig ist charakteristisch, dass er besonders lange flüssig bleibt.
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Nicht nur die Pflanzenarten, von denen der Nektar stammt, können die Honigsorte bestimmen. Die Honigsorte kann auch von der art abhängen, die den Honig produziert. Der weltweit größte Anteil von Honig auf dem Markt wird von der Westlichen Honigbiene Apis mellifera hergestellt. Ursprünglich war sie in Europa, Afrika und Teilen Asiens heimisch. Aufgrund ihres hohen Wertes als Nutztier wurde sie in der restlichen Welt durch den Menschen verbreitet. Von asiatischen Imkern wird zudem die Östliche Honigbiene Apis cerana zur Honiggewinnung eingesetzt. Ebenso werden die Zwerghonigbiene Apis florea sowie einige arten der stachellosen wie Geniotrigona thoracica und Trigona irridipennis in manchen Ländern als Honigproduzenten genutzt.
Darüber hinaus gibt es noch einige wildlebende Honigarten, die jedoch nicht als Nutztiere kultiviert wurden. Ihren Honig erhält man nur durch Raub aus dem wilden stock, was die entsprechende Honigart ihrer Ausrottung näher bringt und nicht gefördert werden sollte. Außerdem ist diese Art, an Honig zu gelangen, nicht gerade ungefährlich für die Honigsammler. Es wird gelegentlich argumentiert, dass die Förderung des Honigsammelns zum Erhalt von Regenwald beitragen würde. Beispielsweise baut die Riesenhonigbiene Apis dorsata ihre Nester im sogenannten Tualang-Baum des malaysischen Regenwalds und produziert Tualang-Honig. Damit steht der Tualang-Honig wirtschaftlich in Konkurrenz zum Holz des Tualang-Baumes. Durch Förderung des Tualang-Honigs sollen angeblich die Bäume und somit Regenwald geschützt werden. Allerdings würde das wohl lediglich dann funktionieren, wenn nicht mehr Honig gesammelt würde, als die für ihren eigenen Bedarf benötigen. Bei einer gesteigerten Nachfrage und einem dementsprechend hohen Preis darf dies wohl stark bezweifelt werden. Gleiches gilt für den malaysischen Gelam-Honig, der ebenfalls von der Riesenhonigbiene hergestellt wird. Beim Gelam-Honig handelt es sich im Gegensatz zum Tualang-Honig um einen monofloralen Honig, der vom Gelam-Baum abstammt.
Die Bezeichnung „Scheibenhonig“ bezieht sich auf die Art und Weise, wie der Honig angeboten wird. Beim Scheibenhonig wird der Honig nicht aus den Waben herausgeschleudert, sondern in den mit Wachs verdeckelten Waben belassen. Daher wird die Bezeichnung „Wabenhonig“ synonym verwendet. Stückchenweise kann der Scheibenhonig gekaut werden, wobei das Wachs nicht mitgegessen wird. Dabei wird der Scheibenhonig entweder als Süßigkeit genossen oder zur Linderung von Infektionen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum eingesetzt. Durch das Auskauen der Waben tritt der Honig nach und nach aus, wodurch es leichter fällt, den Honig möglichst lange im Mund zu behalten. Dazu eignet sich Manuka-Honig besonders gut, da dieser eine außergewöhnliche antibakterielle Aktivität besitzt. Zusätzlich zum Honig weisen Wachs und Propolis, die im Scheibenhonig noch enthalten sind, ebenfalls antimikrobielle und antivirale Eigenschaften auf. Scheibenhonig kann darüber hinaus auch einfach zum Süßen von heißen Getränken oder als Brotaufstrich genutzt werden. In jedem Fall muss jedoch berücksichtigt werden, dass das harz Propolis Allergien auslösen kann.

Ist Honig Gesund? Drei Gründe Warum Ich Honig Meide
Medizinscher Honig ist als Medizinprodukt zugelassen und findet vor allem in der Wundbehandlung Anwendung. Der wichtigste Aspekt von medizinischem Honig ist seine Keimfreiheit. Damit sich Wunden nicht durch Keime infizieren, die in Honig enthalten sein können, wird medizinischer Honig mit Gamma-Strahlen sterilisiert. Zudem muss medizinischer Honig standardisiert sein, so dass der gewünschte Effekt mit einer möglichst hohen Wahrscheinlichkeit eintrifft. Manuka-Honig besitzt eine außergewöhnlich starke antibakterielle Aktivität und zeigt sogar heilungsfördernde Eigenschaften. Daher wird bevorzugt Manuka-Honig zu medizinischem Honig verarbeitet. Medizinischer Honig ist rezeptfrei in Apotheken erhältlich, kann aber auch von Ärzten verschrieben und dann von der Krankenkasse teilweise erstattet werden. Einige Kliniken nutzen medizinischen Honig zur Behandlung schwer heilender Wunden oder von Infektionen, bei denen Antibiotika nicht mehr anschlagen.
Honig im eigentlichen Sinne ist nicht vegan. Schließlich wird er von hergestellt, die vom Menschen als Nutztiere gehalten werden. Nach dem deutschen Lebensmittelrecht darf nur honig unter der Bezeichnung „Honig“ verkauft werden. Es gibt jedoch verschiedene vegane Alternativen zum Honig. Dazu gehören beispielsweise Agavendicksaft, Ahornsirup und Invertzuckercreme. Aber auch selbstgemachter „Löwenzahnhonig“ ist beliebt, für den Löwenzahnblüten einfach ausgekocht und mit Zucker versetzt werden. Es fehlen in den veganen Alternativen allerdings Inhaltsstoffe wie einige Enzyme, die von den selbst stammen.
Honig werden eine Vielzahl an Heilwirkungen nachgesagt. Nicht alle sind wissenschaftlich einwandfrei bewiesen. Das größte Problem von Forschern ist, dass sich jede Honigsorte von der anderen unterscheidet. Dennoch existieren zahlreiche Studien, die sich mit Honig und dessen Wirkung befassen. Von antibakteriellen und heilungsfördernden Eigenschaften des Honigs lassen sich inzwischen sogar Schulmediziner überzeugen. Die aktuelle Studienlage lässt zudem auf weitere
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